finance

EBIT

Gewinn vor Zinsen und Steuern.

Definition

EBIT = Umsatz - Betriebskosten - Abschreibungen. Es zeigt die operative Profitabilitaet inklusive Abschreibungen, ist also realistischer als EBITDA fuer kapitalintensive Geschaefte.

In Ihrem Unternehmen

  • Bevorzugt vor EBITDA bei hohem Anlageverbrauch
  • Trend ueber 12 Monate beobachten
  • Mit Branchen-Standards vergleichen

EBIT als Steuerungsgroesse im Mittelstand

EBIT ist im deutschen Mittelstand die zentrale Profitabilitaetskennzahl, weil sie Abschreibungen einbezieht und damit den Reinvestitionsbedarf reflektiert. Ein Maschinenbauer in Baden-Wuerttemberg mit 5 Mio. Euro Umsatz, 600.000 Euro EBITDA und 300.000 Euro Abschreibungen kommt auf 300.000 Euro EBIT, also 6 Prozent EBIT-Marge. Das ist im Mittel des Branchendurchschnitts. EBIT-Targets werden im jaehrlichen Budget mit dem Steuerberater oder Controller festgelegt und monatlich gegen die BWA gepruefte. Abweichungen ueber 10 Prozent in einer Richtung sollten erklaert und Massnahmen abgeleitet werden.

EBIT in der internationalen Vergleichbarkeit

EBIT ist international standardisiert und ermoeglicht den Vergleich von Unternehmen ueber Laendergrenzen hinweg, unabhaengig von der jeweiligen Steuerlast. Ein deutsches Unternehmen mit 12 Prozent EBIT-Marge ist direkt vergleichbar mit einem amerikanischen oder chinesischen Wettbewerber, wenn der Geschaeftsmodell-Mix aehnlich ist. In der DACH-Region wird EBIT auch fuer Bonus-Berechnung der Geschaeftsfuehrer und Vorstaende eingesetzt, weil es nicht durch buchhalterische Gestaltungsspielraeume bei Steuern oder Zinsen beeinflusst werden kann. Eine variable Verguetung der GGF basierend auf EBIT-Steigerung ist im deutschen Mittelstand verbreitet.

EBIT in der Bilanzanalyse durch Banken

Banken nutzen mehrere EBIT-basierte Kennzahlen. Erstens: EBIT-Marge zur Bewertung der operativen Effizienz. Zweitens: Zinsdeckungsgrad (EBIT / Zinsaufwand) zur Beurteilung der Tragfaehigkeit der Verschuldung, gewuenscht ist ein Wert ueber 3. Drittens: Return on Capital Employed (EBIT / eingesetztes Kapital) zur Beurteilung der Kapitaleffizienz, branchenabhaengig sollte er ueber 12 bis 15 Prozent liegen. Bei einer Kreditanfrage praesentieren erfolgreiche GmbH-Geschaeftsfuehrer alle drei Kennzahlen aktiv und vergleichen mit Branchen-Benchmarks aus der Sparkassen-Studie oder dem KfW-Mittelstandspanel.

Haeufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen EBIT und Betriebsergebnis?

Im deutschen Sprachgebrauch synonym verwendet. EBIT ist die internationale Bezeichnung (Earnings Before Interest and Taxes), Betriebsergebnis die deutsche Variante. Bei externer Kommunikation mit Investoren oder Banken wird haeufig EBIT verwendet, bei interner Steuerung Betriebsergebnis. Funktional identisch.

Werden Abschreibungen auf Goodwill in den EBIT eingerechnet?

Nach HGB ja, wenn der Goodwill planmaessig abgeschrieben wird (in der Regel ueber 10 Jahre). Nach IFRS wird Goodwill nicht planmaessig abgeschrieben, sondern jaehrlich auf Werthaltigkeit gepruefte (Impairment Test). Bei einer GmbH nach HGB belastet die Goodwill-Abschreibung das EBIT, sollte aber bei der internen Bewertung mit beruecksichtigt werden.

Kann eine GmbH negatives EBIT haben und trotzdem ueberleben?

Kurzfristig ja, wenn ausreichend Eigenkapital, ungenutzte Kreditlinien oder externe Finanzierung verfuegbar sind. Langfristig ist negatives EBIT nicht tragfaehig. In der Startup-Phase ist es normal, im etablierten Mittelstand ein Alarmsignal. Bei wiederholtem negativem EBIT droht die handelsrechtliche Ueberschuldung nach Paragraf 19 InsO.

Wie wird EBIT bei zyklischen Geschaeften interpretiert?

Bei zyklischen Branchen wie Bau, Maschinenbau oder Werbung sollte EBIT ueber einen Konjunkturzyklus betrachtet werden (typischerweise 5 Jahre). Eine einzelne Periode kann irrefuehrend sein. Investoren verwenden hier den Durchschnitts-EBIT der letzten 5 Jahre als Bewertungsgrundlage, um zyklische Effekte zu glaetten.

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